Ohakune – Wellington – Blendheim / Tage 43 – 46

Sonntag, 24.2., Transfertag von Ohakune nach Welllington über Whanganui, Bulls, Levin. Die rund 300 km haben wir noch bei Sonnenschein in Angriff genommen. Nach einer langen Passfahrt mit für uns fast skurril wirkender Landschaft, kam der grosse Regen und die Kälte……In Otaki haben wir gerastet und einen ICE-Breaker-Laden gesichtet – genau das Richtige an einem regnerischen Tag. Aber welche eine Enttäuschung: die NZL-Marke schlechthin lässt in China, Vietnam und Bangladesch produzieren. Die Preise sind aber nicht entsprechend! Auf Nachfrage wird uns aber versichert, dass die „Wolle“ aber aus Neuseeland ist (wir glauben daran!).

Montag, 25.2., Wellington, etwas bewölkt, 17 Grad und kein Regen (das erste Mal Jeans angezogen…). Sightseeing am Morgen (mit dem Cable Car zum Aussichtspunkt der Stadt). Eine Fahrt von 612 m und einer Höhendifferenz von 120 Metern!! Die Fahrt wird mit „Lichtshows“ in den Tunnels untermalt. Oben prächtige Aussicht auf die Stadt und anschliessend Spaziergang durch den Botanischen Garten an den Hafen. Am Nachmittag ist das Museum „Te Papa Tongarewa“ angesagt. Spannendes über die Kultur der Maori, die Taten der Neuseeländer während des 1. Weltkrieges und der Geologie in Neuseeland. In diesem wunderschönen Museum könnte man wirklich den ganzen Tag verbringen. Wellington ist sehr gut zu Fuss zu durchstreifen. Die Hauptstadt Neuseelands ist einwohnermässig etwa gleich gross wie Basel (ca. 200‘000) und hat einen Beinamen: Windycity! Und wir können dem beipflichten, es „chuttet“ wirklich und für unsere morgige Überfahrt auf die Südinsel müssen wir wohl doch einige Reisetablettli einnehmen.

Seit 1978 fährt die Cable Car mit einem Schweizer System

Dienstag, 26.2., wir verlassen die Nordinsel mit der Fähre Kaitaki. Ein Megaschiff und es ist aufregend, so in einen grossen „Bauch“ hinein zu fahren und dann noch in den 2. Stock. Die Fähre hat Platz für ca.600 Fahrzeuge und 1350 Personen und wird mit Schweizer Motoren angetrieben (Sulzer). Das Wichtigste: fast kein Wind und blauer Himmel! Eine sehr eindrückliche Fahrt, hinaus aufs Meer, im offenen Meer und die Einfahrt in den Queen Charlotte Sound – einfach wunderschön. Und das Sahnehäubchen, zwei Gruppen Delfine begleiten uns zeitweise.

Sicht von der Fähre auf einen Schneeberg auf der Südinsel

Zimmerbezug in Blenheim (die Sonnenstube Neuseelands), dann ab auf die Bikes und eine herrliche Fahrt durch das Weingebiet von Marlborough. Das ist die grösste Weinregion Neuseelands. Die Rebenfelder sind riesengross, die Rebstöcke vollbehangen mit Trauben (in ca. 4-6 Wochen startet die Ernte). Es gibt mehr als 290 Weinbauern mit einer Rebfläche von ca. 23’600 Hektaren. Mehrheitlich wird Weisswein hergestellt (Pinot Gris, Sauvion blanc, etwas Riesling). Natürlich probieren wir etwas Wein, begleitet mit einem Brie aus NZL und einigen Crackers – ein Leben wie „Gott in Frankreich“.

Am Mittwoch war „Arbeiten“ angesagt! Wir fahren mit dem Mailboat auf dem Marlborough Sound. Das Postschiff hat verschiedene Linien, es fährt 2x die Woche alle Orte an, die weder eine Strassenverbindung zum Festland haben noch über Stromanschluss verfügen. Das sind ca. 44 Familien (rund 100 Leute). Und der „Pöstler“ nimmt Touris mit, erzählt ihnen die Geschichte von Land und Leute, einfach toll (für ihn und für uns). Wir erleben Natur pur – unglaublich schön, Inseln mit Waldbestand (Nadelholz und oder Urwald) karge Inseln, Muschelfarmen, kleine Buchten. So viele Varianten von grün und blau haben wir noch nie gesehen. Weder Worte noch Fotos können das beschreiben, was wir wahrgenommen haben – das ist unseren Herzen abgespreichert.

Das Postschiff startet ab Havelock, der Grünlippenmuschel-Hauptstadt der Welt. Mit diesem Produkt erwirtschaft das Städtchen (450 Einwohner!!) jährlich mehr als 200 Mio. NZL-Dollar – dadurch geht es der Region sehr gut. Die meisten Muscheln werden zu Extrakten verarbeitet und exportiert – natürlich werden auch Mussels auch gegessen mmmhhhh.

„Unser Postschiff“
Post und kleinere Bestellungen werden abgeholt – hier mit der Garette
Das ist doch ein „Arbeitsweg“ !!!

Die Leute in NZL sind wirklich sehr freundlich, fröhlich, hilfsbereit und unkompliziert, das ist echt super. Man fühlt sich einfach wohl und sehr willkommen hier. Ein Müsterchen: Freis fahren mit dem Auto auf einen Parkplatz, gekennzeichnet mit Wine und Bike. Packen die Bikes aus und sind startklar. Da kommt ein Herr und fragt uns, ob wir eine Tour buchen wollen. Da merken wir, wir sind auf einem Privatparkplatz eines Touroperateros…..Wir entschuldigen uns, no worries, meint der Mann. Wir sollen rasch warten, er kommt zurück, drückt uns einen Plan in die Hand und erklärt, wo wir am besten durchradeln. Und, als wir zurückkommen, steht er wieder da und fragt, ob wir den Trip genossen haben. Einfach great!!!

Und ausserdem:

  • Ist der gute alte Schweizer „Kämpfer“ in Wellington für lockere 45 NS$ (ca, SFR. 30.00) zu kaufen.
  • Gibt es tatsächlich das „Filet Wellington“ in Wellington zu bestellen. Der Name soll auf den 1. Duke von Wellington zurückgehen, welchem nach einer Schlacht so ein Gericht serviert wurde. (Es sollen aber Pferdefilet gewesen sein, von gefallenen „Biggern“ aus der Schlacht!)
  • Gibt es in allen Beizen (Australien und Neuseeland) gratis Hahnenwasser auf den Tisch. Grundsätzlich muss man nichts anderes zum Trinken bestellen.
  • Hat es in fast allen Lebensmittelgeschäften immer einen Korb mit Gratisfrüchten für die Kinder. Wir finden, dies wäre doch auch eine gute Sache für unsere Grossverteiler!!!)
  • Hat Ursi endlich einen Coiffeur gefunden und ist wieder „happy“ mit ihrer neuen Frisur.

8 Kommentare zu „Ohakune – Wellington – Blendheim / Tage 43 – 46“

  1. Hallo zämme!
    Da werden ja Schweizer beinahe zu Kiwis transformiert! Schön eurer Reise zu folgen!
    Übrigens, Wellington ist auch noch die südlichste Hauptstadt …

    Und, habt ihr eure Pflicht als NZ-Besucher und Autofahrer erfüllt? Wenn ihr mindestens 10 tote Oppossums bei der Ausreise vorweist, könnt ihr erste Klasse zurückfliegen 😉

    Also weiterhin viel Spass und Glück mit dem Wetter im Westen de Südinsel wünsche ich euch.

    Liebe Grüsse aus dem noch (sehr) warmen Allschwil

    Rolf & Brigitte

  2. Eure interessanten Berichte erreichen zunehmend das Ausmass einer Reisedokumentation, die jedem Reisebureau sehr gut anstehen würde. Wir lesen sie immer mit grossem Interesse und bewundern die schönen Bilder.
    Neuseeland wurde mir vor Jahren anlässlich einer Weiterbildungsveranstaltung als Musterland moderner politischer Verwaltung gepriesen. Merkt man etwas davon?

    Liebe Grüsse und weiterhin nachhaltige Erlebnisse!

    Gonzalo und Marie-Therese

  3. Tolle Fotos, liebe Freunde. Ich kann mir vorstellen, dass Ihr im Kämpfer toll ausseht. Apropos Kämpfer, ich finde, auch Stephan dürfte sich mal bei Coiffeur sehen lassen, der Schnauz sieht aus wie bei einem Walsross. Raid on #65

Schreibe einen Kommentar