Tairua – Rotorua – Ohakune / Tage 39 – 42

Mittwoch, 20.2.19, Verabschiedung von Tairua und Reise nach Rotorua (ca. 220 km). Eine herrliche Fahrt, welche uns zuerst der Küste entlang führte und dann ein wenig ins Innenland. In Tauranga, der zweitgrössten Hafenstadt von NZL, haben wir Pause gemacht. Und gleich 2 Besonderheiten entdeckt: a) riesiger Holztransportzug. Die Zugkomposition hatte mehr als 40 Wagen, die Lok war mit KIWI-RAIL angeschrieben. Vor lauter Staunen glatt vergessen, ein Föteli zu machen. Denn bis jetzt haben wir weder Gleise noch Zug gesehen…..und b) eine Gold Kiwi gegessen und zwar mit einem coolen Werkzeug. Die Stadt macht Promotion für das Kiwi-Gebiet (von Tauranga bis etwas ausserhalb von Te Puke), welches das grösste Anbaugebiet für Kiwi in NZL ist. Wir kannten bis jetzt nur die grüne Kiwi, was ist wohl eine Gold Kiwi? Diesem Geheimnis sind wir nachgegangen und haben eine Kiwi-Plantage besucht und als Sahnehäubchen gleiche vom Eigentümer eine Führung erhalten. Die Goldkiwi ist viel süsser als die grüne Kiwi und sensibler in der Pflege. Hat einen „güldenen“ Ton und sieht weniger „haarig“ aus als die uns bekanntere Kiwi. Und sie kann im Gegensatz zur grünen Kiwi nur etwa während 2-4 Monaten geerntet werden, wo hingegen die grüne Kiwi während ca. 9 Monate Erntezeit hat. Die Kiwis sind sehr „heikel“, vor allem Wind lieben sie gar nicht. Deshalb sind die meisten Plantagen umgeben von hohen Schutzwällen (Bäume, die aussehen wie hohe Tuias). Die Kiwi stammt ursprünglich aus China, ist seit Ende 1800 resp anfangs 1900 in NZL beiheimatet. Bis vor kurzem war der Export zu ca. 70% nach Europa, nun hat der asiatische Markt gefallen gefunden (diesmal sind die Chinesen nur an 2. Stelle, Hauptimporteur ist Japan) und für Europa hat es noch ca. 40% übrig. Vor allem die Gold Kiwis sind in Asien sehr beliebt, die Japaner bezahlen für eine Premium Gold Kiwi bis zu 25 neuseeländische Dollar. Und was man alles aus Kiwi machen kann – unglaublich (Konfi, getrocknete Kiwis, Kiwisaft, Kiwischoggi, Kiwikosmetik, etc etc.). Weiterfahrt nach Rotorua in unsere Traumunterkunft. Etwas ausserhalb der Stadt (wo es nach Schwefel riecht), auf einem Hügel mit Sicht auf den Lake Rotorua, ein wunderschönes B&B.

Auf der Fahrt nach Rotorua
Der Kiwi
Die Goldkiwi

Donnerstag, 21. Februar 19. Heute morgen ist es bewölkt und sieht schwer nach Regen aus. Die Temperaturen sind aber immer noch bei angenehmen 25 Grad. Wir beschliessen deshalb, heute keine Veldotour zu unternehmen, sondern einen „Relaxtag“ einzulegen. Dazu ladet in unmittelbarer Nähe unserer „fantastischen Unterkunft“ das „Hells Gate“ ein. Ein Schlamm- und Schwefelbad im aktivsten Thermalpark von Rotorua. Soll gut sein für müde Knochen, Arthroseknie und natürlich auch für den Geist. Kann auf jeden Fall nicht schaden, die Batterien wieder mal aufzuladen. Zuerst ein „Walk“ durch den Themenpark mit heissen sprudelnden Quellen (bis 140 Grad) und dem „feinen“ Schwefelgeschmack (faule Eier). Danach gehts zur Schlammschlacht ins Schlammbad und anschliessend im Spa so richtig die Glieder „hängen“ lassen. Nach drei Stunden und völlig aufgeweicht geniessen wir am Rotoruasee unsere gestern gekauften Goldkiwis (lecker). Am Abend fein Essen in der Stadt und die Lakeview geniessen. Es hat der Wetterprognose entgegen nicht geregnet.

Freitag, 22. Februar; bewölkt und Regenschauer aber immer noch angenehme Temperaturen von 24 Grad. Da wir am Vorabend keine Maori-Veranstaltung besuchen konnten (alles ausgebucht) ist das touristische Maori Dorf Te Puia angesagt. Unsere Erwartungen wurden übertroffen, die Führung sowie die Vorführung waren wirklich gut und wir haben nun eine Ahnung über die Kultur der Maori. U.A. Begrüssung mit der Nase (2x), macht man es 3x bedeutet es, ich will dich heiraten. Also gut zählen……Der HAKA gibt es nicht, jeder Stamm hat seinen eigenen Haka-Tanz. Uns ist derjenige der All Blacks bekannt, dieser zählt nur für das Rugby National Team. Weiterfahrt via Taupo – Turangi – Desert Road nach Ohakune. Die Landschaft hat sich verändert, von den vielen Thermalquellen hin zu einem riesigen See (Lake Taupo), wo wir noch eine Prawns Farm besuchen und gleich auch degustieren – mmhh und dann in eine Hochebene. In Ohakune angekommen, staunen wir! Die Reklame für Ski, Snowbord, hängt überall – wird auch im Sommer nicht entfernt… Ohakune ist seit den 1960er Jahren das Skigebiet der Nordinsel. Und eine trendy Mountainbike-Gegend.

Samstag, 23. Februar; bewölkt mit Sonnenschein und etwa 20 Grad. Gemäss unseren Unterlagen wird heute eine Biketour in den Tongarironationalpark empfohlen. Bikes aus dem Auto und ab auf den Ohakune Old Coach Road. Dieser war die „Überbrückung“ der Bahnlinie zwischen Auckland und Wellington (bis die Viadukte fertig waren). Durch eine „Wahnsinnsnatur“ fahren wir auf Wiesen, Steinwegen und durch tropischen Regenwald den Hang hoch. Bald wissen wir, dass der Begriff „leichte Strecke“ auf verschiedene Weise interpretiert werden kann. Da gleichzeitig heute in Ohakune ein Bike und Laufevent durchgeführte wird, treffen wir die Läufer unterwegs. Das gibt uns Gelegenheit durchzuschnaufen und die Läufer anzufeuern. Als einzige Supporter entlang der Strecke wurden wir mit Freude begrüsst und alle hatten ein Lächen für uns übrig. Nichts von „angefressenen“ und sturen Läufer. Es war ein Genuss!! Dann weiter „aufwärts“ und wir gelangten auf abenteuerlichen Wegen zum 284 m langen und 45 m hohen Hapuawhenua Viadukt aus dem Jahre 1908. Einfach nur atemberaubend und eine unglaubliche Natur. Und dann ging’s wieder runter ins Bergdorf. Nun wissen wir auch, dass „leichte“ Strecken nicht unbedingt leicht sein müssen. Aber es war super und wird sind fast ein wenig Stolz, dass wir das geschafft haben!

Kleine Pause in der Aufstiegsphase
Viadukt erreicht
„Nino Schurter“ in Action

Und ausserdem:

  • Ist uns aufgefallen, dass fast in allen Dörfern und Kleinstädten Versanmlungsräume der Zeugen Jehovas zu sehen sind.
  • Sucht Ursi immer noch nach einem Coiffeur. Die meisten haben immer geschlossen, wenn wir ankommen!
  • “Brettern“ die grossen Lastwagen auch auf den Bergstrecken unglaublich schnell.

7 Kommentare zu „Tairua – Rotorua – Ohakune / Tage 39 – 42“

  1. Hallo Ihr Weltenbummler

    Schön sieht Eure Reise aus. Wir finden Ihr macht das toll. Kein Heimweh nach Allschwil ?
    Wir sind seit 10 Tagen wieder zu Hause ! Das Wetter ist zwar sehr schön aber trotzdem …..
    Ganz liebe Grüsse und ein tolles weiterreisen wünschen Euch Lisbeth und Roland

  2. Auch die Inland-Berichte sind unglaublich interessant. Das Bild von der Mahlzeit sieht ganz und gar nicht nach Überlebensübung aus, vielmehr lässt es beim Betrachten das Wasser im Mund zusamenlaufen. Die Speisen sehen nach Ozean aus, will heissen nach Meer oder besser gesagt nach MEHR!
    Fragt doch mal einen Zeugen Jehovas, ob er nicht auch den Haarschneide-Servie anbietet!

    Liebe Grüsse

    Gonzalo und Marire-Therese

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